Psychotherapie – wie kam es zur „Heilung im Kopf“?

Der medizinhistorische Podcast „Siege der Medizin“ der Apotheken Umschau beleuchtet in jeder Folge eine spannende medizinische Errungenschaft. In Folge vier geht es um ein ganz besonderes Thema: Psychotherapie, die „Heilung im Kopf“. Warum und seit wann befassen wir Menschen uns mit den Gedanken und Gefühlen anderer? Woher wissen wir, dass körperliche Erkrankungen auch einen psychischen Ursprung haben können? Dabei steht dem Erzähler Ulrich Noethen fachlich dieses Mal die Professorin Dr. Brunna Tuschen-Caffier zur Seite.

Angststörungen, Traumafolgestörungen, Depressionen und unzählige andere: Es gibt viele psychische Krankheitsbilder – und auch viele Menschen, die an ihnen leiden. „Zahlen zeigen, dass ungefähr 30 Prozent der Allgemeinbevölkerung in Deutschland irgendeine psychische Störung haben, was sehr viel ist“, sagt Brunna Tuschen-Caffier, Leiterin des Lehrstuhls Klinische Psychologie und Psychotherapie in Freiburg. Und während man im Mittelalter die Menschen, die sich psychisch auffallend verhalten haben, noch als von Hexen oder vom Teufel besessen bezeichnet und weggesperrt oder sogar gefoltert hat, weiß man heute, woher die Störungen kommen können – und hat mit der Psychotherapie Techniken und Methoden, um die Seele (altgriechisch: Psyche) zu heilen.

Eindrucksvoll lässt Schauspieler Ulrich Noethen die Hörer:innen in der neuen Podcast-Folge daran teilhaben, wie es sich wohl bei den Wikingern und im Mittelalter zugetragen haben mag, wenn Menschen psychische Auffälligkeiten zeigten. Und wie es neben denen, die die psychisch Kranken einfach ausstießen, auch immer wieder die Hilfsbereiten gab, die sich ihnen zuwandten, zuhörten, Seelsorge leisteten. Woher die Störungen kamen, wussten sie nicht – und selbst zu Zeiten Sigmund Freuds ging man noch davon aus, dass psychische Erkrankungen organisch bedingt und angeboren sind. Der Wiener Arzt und Neurophysiologe war es schließlich, der erkannte, dass „Körper und Seele sehr eng beieinander hängen, das war revolutionär für die damalige Zeit“, sagt Brunna Tuschen-Caffier. Es wurde klar: „Blockaden, die sich körperlich äußern, sind auflösbar durch Gespräche, durch Traumdeutung, durch Zuhören letztendlich. Das war ein sehr großer Gewinn.“

Im Podcast erfahren die Hörer:innen, wie sich die Psychotherapie weiterentwickelt hat, welche Personen darauf noch einen wichtigen Einfluss hatten und was Medikamente leisten können. Die ganze Folge gibt es überall, wo es Podcasts gibt.  

„Siege der Medizin“ auf einen Blick

Der Podcast dreht sich um die größten medizinischen Errungenschaften – spannend und plastisch erzählt von Schauspieler Ulrich Noethen. Neben Expert:innen lässt Noethen die Geschichte selbst zu Wort kommen und nimmt die Hörer:innen mit auf eine Zeitreise in die jeweiligen Situationen und Orte der medizinhistorischen Meilensteine. Mit hörspielartigen Dialogen, Expertenstimmen sowie einem herausragenden, sparsam eingesetzten Sounddesign aus Musik und reduzierten Geräuscheffekten verbindet der Podcast Informationsvermittlung mit Gänsehaut beim Zuhören und macht aus Medizingeschichte ein besonderes Hörerlebnis. Das kommt bei den Hörer:innen an: Mit bislang über 90.000 Streams und einer konstanten Top-Platzierung in den Apple-Charts der Gesundheitspodcasts (Stand 27.10.: Platz 15) gehört das Format zu den Publikumslieblingen.

„Siege der Medizin“ kommt alle vierzehn Tage neu von gesundheit-hören.de, dem Audio-Angebot der Apotheken Umschau. Kostenlos abrufbar ist „Siege der Medizin“ auch überall sonst, wo es Podcasts gibt, z.B. bei Spotify oder Apple Podcasts.

Zum Video-Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6HaUuN0YzRQ

Die kommenden Themen und Termine

Folge 5 (10.11.) Dialyse und künstliche Nieren

Folge 6 (24.11.) HIV-Medikation

Folge 7 (8.11.) Chemotherapie

Folge 8 (22.12.) Antibabypille